Wua Ta Lap – Ang Thong Marine Nationalpark

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Wua Ta Lap – Ein Stückchen Himmel auf Erden
Wie meine Freundin und ich 2 Tage an einem der schönsten Flecken der Erde verbrachten, uns in den Wind stellten und einfach unsere Seele baumeln ließen!

Obwohl ich schon insgesamt 5 mal in Thailand war und das jeweils für mindestens 4 Wochen am Stück, so fühle ich mich immer noch nicht so, als hätte ich alles gesehen.
Ein Foto was ich irgendwo bei Facebook aufgeschnappt hatte lies mich nicht los, ich wollte unbedingt an diesen Ort und unbedingt genau da selbst die Aussicht geniessen und ein Foto schiessen!

Gesagt getan, war also Koh Wua Ta Lap im Ang Thong Marine Nationalpark eine Destination meiner nächsten Thailand-Reise. Für meine beste Freundin war es die erste Thailand-Reise und auch ihre erste Backpacker-Reise – Zu meinem Glück, denn ich konnte mehr oder weniger bestimmen wo es hin gehen sollte, sie hatte ja keine Ahnung.
So fuhren wir von Bangkok aus mit dem Nachtbus Richtung Suratthani und klapperten vorher noch ein paar andere Orte ab. Koh Pi Pi, Smilian Islands und Koh Lipe. Dann ging es weiter mit dem Schiff nach Koh Samui, denn nur von dort aus kommt man auf diese kleine Insel, die sich mittem im Nationalpark befindet.

Ang Thong Marine National Park

Wua Ta Lap ist eine Insel im Ang Thong Marine Nationalpark und die wenigsten wissen, dass man dort auch übernachten kann. Er liegt 25 KM westlich von Koh Samui. Von dort aus gibt es täglich unzählige Tagestrips in den Nationalpark, mit Schnorcheln, Kajak fahren und Wanderungen. Um also nach Wua Ta Lap zu kommen, muss man einen solchen Trip buchen, steigt dann aber auf der Insel aus, und wenn die Fahrt wieder zurück Richtung Koh Samui geht bleibt man einfach auf der Insel. Das alles hört sich abenteuerlicher an als es ist. Vorher bucht man über die offizielle thailändische Nationalpark Internetseite seine Unterkunft. Die Internet-Seite ist ziemlich alt und schlecht programmiert, aber wer Durchhaltevermögen besitzt und dem Himmel für mehr als nur eine halbe Stunde lang näher sein will, der findet sich schon zu Recht.
So buchten wir 2 Nächte auf der Insel in einem Bungalow. Die Preise sind super günstig und noch genau so wie vor 5-10 Jahren, als Thailand noch eher Geheimtip war statt Pauschaltourismus.

Die Fahrt zur Insel

Natürlich machten wir die offizielle Schnorchel-Tour mit, wurden aber schon komisch von allen Teilnehmern angeschaut, dass wir unsere Backpacker-Rucksäcke mit schleppten. Man fährt von Nathon aus los, ein Hafen im Westen von Koh Samui. Die Schnorcheltour ist eine Tagetour und man ist ca. 6 Stunden auf dem Boot. Verpflegung in Form eines Buffets ist inklusive. Wenn man Glück hat ist das Boot nicht ganz so voll und man kann über Deck sitzen und die Aussicht während der Fahrt geniessen. Unser Boot war leider sehr voll und das Wetter war an diesem Tag alles andere als optimal, wir hatten einen regnerischen Tag erwischt und so hielten wir uns die meiste Zeit über unter Deck auf. Vom Boot aus hat man schon atemberaubende Ausblicke auf die vielen Inseln des Nationalparks, diese ragen steil aus dem Meer herraus und sind dicht bewachsen, und unbewohnt. Nach ca. 2 Stopps zum Schnorcheln kamen wir auf der Insel an. Das Boot stoppt zwischen 2 Inseln und mit einem kleinen thailändischem Longtailboot auf das man vorher noch umsteigen muss, geht dann die Fahrt zur Insel die letzten paar Hundert Meter weiter. Der Anblick vom Boot aus war schon traumhaft.
Angekommen ist man aber auch mit dem kleinen Boot noch nicht. Es gibt keinen Steg oder Anlegeplatz auf der Insel und so muss man aus dem Boot ins Wasser springen und die letzten Meter, wir inklusive Backpackerrucksack durchs Wasser waten.

Die Insel

Die Insel sieht aus wie aus dem Bilderbuch. Ein in Palmen gesäumter weißer Sandstrand, mit einem Berg und Palmenwald als herrliche Kulisse im Hintergrund. Man fühlt sich als sei man Robinson Crusoe und grade auf einer kleinen einsamen Insel gelandet. Am Strand selbst gibt es eine kleine Strandhütte wo Snacks verkauft werden. Weiter hinten auf der Insel befinden sich einige Zelte (man kann auch in Zelten übernachten, dies ist aber nach unserer Erfahrung auf den Smilian Islands nicht wirklich zu empfehlen) und ausßerdem noch 3 Hütten. Man ist wirklich fast alleine auf der Insel, denn die Zelte und Hütten sind so gut wie nie voll belegt. Nun ja, als wir ankamen waren wir natürlich nicht alleine sondern mit insgesamt mindestens 4 verschiedenen Reisetruppen bestimmt über 200 Personen, und die Inselidylle ist erstmal futsch. Da jedes Boot aber zu einer anderen Zeit die Insel angesteuert hatte und wir uns im letzten Boot befanden, wurden es nach und nach immer weniger Touristen, die alle von der Bergwanderung zurück kamen. Bis letztendlich auch unser Boot ohne uns Richtung Koh Samui abfuhr und wir dem Kapitän, mit dem wir uns angefreundet hatten erklärten, dass wir in 3 Tagen wieder mit zurück fahren würden und er uns Plätze frei halten solle. Wir entschieden uns, dass wir die Bergwanderung zu einer Zeit machen wollten, an der keine Touristen auf der Insel sein würden.
Und da waren wir beide dann, alleine im Paradies.

Wir als einsame Inselbewohner

Wir liefen über den Strand und genossen die Ruhe und Einsamkeit nachdem die ganzen Touristen abfuhren. Durch die Palmenallee gingen wir dann Richtung Restaurant, welches auch gleichzeitig der Check-In war und konnten dann direkt in unseren Bungalow einziehen. Überraschenderweise war dieser richtig groß, fast schon wie ein gutes Hotelzimmer. Wir hatten ein Wohnzimmer, Badezimmer und Schlafzimmer und endlich mal genügend Platz uns komplett auszubreiten.

Den ersten Tag verbrachten wir am Strand und sonnten uns unter den idyllischen Palmen. Tranken einen super leckeren Frucht-Shake und liessen unsere Seele baumeln, denn mittlerweile waren wir bis auf den Strandhüttenbesitzer und die Mitarbeiter des Restaurants komplett alleine auf der Insel. Wir waren die einzigen beiden Touristen und fühlten uns wie Tom Cruise in Cast Away. Nach einem leckeren Abendessen fielen wir müde ins Bett und schliefen voller Erwartungen dem nächsten Tag gegenüber ein!

Die Klettertour

Tag 2 wollten wir mit der Bergwanderung beginnen, so zogen wir uns Turnschuhe an, nahmen etwas Wasser mit und fingen an den Berg zu beklimmen, dieser ist zwar nur 550 Meter hoch, aber die Wanderung ist extrem anstrengend und herausfordernd. Es gibt mehrere Aussichtspunkte die wir auf jedenfall zum Ausruhen nutzten und selbstverständlich die genossen wir auch das wunderschöne Panorama. Je höher man klettert desto atemberaubender ist natürlich auch die Aussicht, aber auch der Schwierigkeitsgrad nimmt mit steigender Höhe zu. Die gesamte Zeit muss man tatsächlich klettern und nicht wandern. Die gesamte Tour dauerte ca 45 Minuten und wir mussten uns über kantige Steine, Äste, Wurzeln an einem Seil hoch hangeln. Man muss schon wirklich super fit sein um den gesamten Berg ohne Probleme bezwingen zu können, dazu kommt noch die hohe Temperatur und Luftfteuchtigkeit. Meine Freundin und ich hatten, trotz dass wir nass geschwitzt waren super viel Spass beim Klettern.

Oben – Im Himmel

Oben angekommen ist die Aussicht nicht in Worte zu fassen, ich war selten in meinem Leben so sprachlos und überwältigt von der Natur. Man hat eine überragende Aussicht über die gesamten Inseln des Nationalparks, welcher insgesamt aus 40 kleinen Inseln besteht. Man fühlt sich wie in einem Panoramaaufnahme von oben gefilmt und ist in seiner eigenen Postkarte! Wir standen einfach nur da und genossen den Moment. Für uns beide war es etwas super besonderes, denn sowas hatten wir einfach vorher noch nie gesehen und auch im Nachhinein wird dieser Ausblick schwer zu toppen sein. Meine Freundin hatte ihr Handy und eine kleine mobile Speaker-Box mit und so konnten wir zu uns zu den Klängen von Bob Marley und ein paar anderen Lieblingssongs einfach nur ausruhen und die Zeit geniessen, denn wir waren ja alleine, da noch kein Touristenboot angekommen war.

Leider schon vorbei

Viel mehr gibt es auf dieser kleinen einsamen Insel auch nicht zu erleben, unserer Meinung nach reicht das vollkommen! Was will man im Paradies noch mehr?
An unserem 2. Tag entschieden wir uns erneut auf den Berg zu steigen, denn wir hatten so viel Spass am Klettern gefunden! Selbst beim zweiten Mal ist die Aussicht genauso atemberaubend und wunderschön. Den Rest des Tages genossen wir am Strand. Und so ging auch der zweite Tag wie im Flug vorbei. Nach dem Frühstück des letzten Tages packten wir unsere Sachen und wurden dann gegen 13 Uhr auch schon von unserm Tourboot eingesammelt.
Der Kapitän war noch der gleiche und begrüßte uns freudig.
Auf dem Weg zurück hielten wir noch in einer Lagune zum Schnorcheln und an einem Strand zum relaxen. Da so viele Touristen mit dabei waren konnten wir die Aussicht und Atmosphäre nicht ganz so geniessen aber dennoch war es auch dort wunderschön.
Man ist halt etwas verwöhnt wenn man aus dem Paradies zurück kehrt!

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